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25 Jahre Axxion – 25 Fragen an Gründer Thomas Amend

Vor 25 Jahren gründete Thomas Amend gemeinsam mit Roman Mertes Axxion. Nach zwei Jahrzehnten im Vorstand wechselte er 2021 in den Aufsichtsrat und begleitet die Entwicklung des Unternehmens seither aus einer neuen Perspektive. Im Interview blickt er auf die Anfänge, Herausforderungen und Prinzipien, die Axxion bis heute prägen.

 

  1. Gemeinsam mit Roman Mertes hast Du vor 25 Jahren Axxion gegründet. Nimm uns gerne einmal mit zurück: Erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem ihr beschlossen habt, diesen Schritt zu gehen? 
    Ja, sogar sehr gut. An einem Abend im August 2000 haben wir uns bei einem Italiener in Trier getroffen. Während des Abendessens – und vermutlich der zweiten Flasche Wein – haben wir unsere Gründungsidee besprochen. Da mir damals schon klar war, dass das ein denkwürdiger Tag ist, habe ich davon sogar die Quittung aufgehoben. 
     
  2. Gab es einen konkreten Moment/Auslöser – oder eher ein Bauchgefühl, das gesagt hatte: „Jetzt oder nie“?
    Es war eine Mischung aus zwei Aspekten. Während unserer langjährigen Tätigkeit bei einer Großbank gab es einen Vorstandswechsel, der sich nicht positiv auf unsere Arbeit ausgewirkt hat. Gleichzeitig herrschte durch die Börsenjahre eine gewisse Aufbruchstimmung. Das hat uns das Gefühl gegeben: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Gründung. 
     
  3. Welche Marktlücke hattest Du am Luxemburger Fondsstandort erkannt?
    Wir wollten bewusst ein Gegenmodell zu dem „Alles aus einer Hand“ aus dem Banksektor schaffen. Das heißt nämlich für den Kunden auch: Alles unter der Kontrolle der Bank. Wir wollten ein flexibles, bankenunabhängiges Angebot machen. Deshalb haben wir von Anfang an ein System mit verschiedenen Depotbanken und Partnern entwickelt, bei dem die individuellen Interessen unserer Kunden im Zentrum stehen. 
     
  4. Welche Rolle spielte Dein persönliches Netzwerk im Zuge der Gründung? 
    Eine sehr große. Zum einen brauchten wir einen starken institutionellen Partner für die Gründung – aus unserem Netzwerk kamen hierfür mehrere in Frage. Die PEH Wertpapier AG war von Anfang an weit vorne auf unserer Favoritenliste und war schnell überzeugt von unserem Konzept. Zum anderen haben wir uns früh mit potenziellen Kunden beschäftigt, wobei unsere Planung durch die Geschehnisse am 11. September 2001 schnell hinfällig wurde. 
     
  5. Gab es Kooperationen mit Verwahrstellen oder Administrationsgesellschaften, die für den Markteintritt entscheidend waren?
    Ja. Die erste, naheliegende Idee, unseren früheren Arbeitgeber als Verwahrstelle zu mandatieren, war nicht umsetzbar. Das war aber gut so, denn der einfachste Weg ist nicht immer der beste. Wir hatten das Glück, die Banque de Luxembourg für uns zu gewinnen – ein echter Glücksgriff, der bis heute anhält. 
     
  6. Welche Vision hattest Du damals und wie viel davon ist heute Realität geworden?
    Vor der Gründung von Axxion war ich bei vier verschiedenen Banken tätig – erst bei einer Sparkasse, danach bei drei relativ großen Banken. Roman Mertes und ich wollten damals vor allem eins: Endlich unsere eigenen Ideen umsetzen und ein Unternehmen nach unseren Vorstellungen in der Finanzwelt etablieren. Gerade in den ersten Jahren konnten wir das sehr gut realisieren, auch weil wir die ersten drei Jahre sehr schlank aufgestellt waren und Entscheidungen daher schnell treffen konnten. Später kamen – wie in der gesamten Branche – deutlich mehr Einschränkungen durch Regulierungen.
     
  7. Mit wie viel Personen seid ihr gestartet?
    Zu zweit. Zwei Vorstände, ohne zusätzliche Infrastruktur – kein Sekretariat, keine eigene IT. Heute wäre ein solches Gründungsszenario nicht mehr realisierbar.
     
  8. Wie fühlt es sich an, heute auf die Entwicklung und das Wachstum des Unternehmens zu blicken?
    Immer noch etwas ungläubig. In den Anfangsjahren hätte ich die heutige Entwicklung so nicht erwartet. 
     
  9. Gab es Momente, in denen das Wachstum hinter den Erwartungen zurückblieb? Und wie seid ihr damit umgegangen?
    Ja, vor allem in der ersten Zeit nach dem 11. September 2001 bis Anfang 2003. Die Märkte waren schwierig und unsere ursprünglichen Planungen gingen nicht auf. Wir mussten improvisieren und neue Wege finden. 
     
  10. Und andersherum: Gab es Momente, in denen Dich das Wachstum „kalt“ erwischt hat und deine Erwartungen überholt hat? 
    Als 2006 und 2007 durch eine Steuerreform in Deutschland bei den deutschen Vermögensverwaltern eine Gründerwelle entstand, haben wir zahlreiche Anfragen erhalten. Alle diese neu gegründeten Fonds rechtzeitig an den Markt zu bringen war eine Herausforderung, die wir gerne gemeistert haben.
     
  11. Welche unternehmerischen Risiken seid ihr in der Gründungsphase ganz bewusst eingegangen?
    Wir haben uns bewusst schlank aufgestellt und auf jegliche Art von externen Finanzierungen verzichtet. Stattdessen haben wir alle Anlaufkosten selbst getragen und die Personalkosten niedrig gehalten. Ein bisschen „Garagen-Feeling“ war schon dabei. 
     
  12. Was ist im Laufe der Zeit sehr gut gelaufen?
    Die Kombination aus frühen, langfristigen Kundenbeziehungen und starken Partnern wie der Banque de Luxembourg war entscheidend. Das hat Vertrauen geschaffen und ein solides Wachstum ermöglicht. 
     
  13. Hand aufs Herz: Gab es auch Momente, in denen Du nachts wach lagst und alles infrage gestellt hast? 
    Es gab Phasen, in denen es finanziell eng wurde – besonders Ende 2002. Da fängt man schon an zu überlegen, wie es weitergehen kann. Und wir wurden kreativ: Ich habe damals mein schönes altes Cabrio verkauft, um noch ein paar Monate über die Runden zu kommen. In Frage gestellt habe ich die Gründung aber nie. Die alte Regel: Die ersten drei Jahre muss man überstehen, hat gegriffen. Ab 2004 ging es aufwärts.
     
  14. Was hat Dich dann motiviert weiterzumachen?
    Die Überzeugung, dass unsere Idee funktioniert – und auch die Hoffnung, dass sich durch neue regulatorische Entwicklungen wieder Chancen ergeben würden. 
     
  15. Wie sah die technische Infrastruktur in den Anfangsjahren aus?
    (Lacht) Sehr einfach: Jeder hatte einen Laptop, ein Festnetztelefon und einen Drucker, der vermutlich sogar gemietet war. Mehr brauchte es am Anfang nicht. 
     
  16. Auf welchen Erfolg bist Du nicht nur aus Unternehmersicht stolz, sondern emotional und persönlich? 
    Dass wir eine besondere DNA, eine besondere Stimmung im Unternehmen haben. Obwohl wir im Laufe der Zeit viel größer geworden sind, ist eine sehr positive Atmosphäre geblieben. Ich erlebe, dass die meisten für ihre Aufgaben brennen – und das spüren auch die Kunden. 
     
  17. Was ist das größte Alleinstellungsmerkmal von Axxion gegenüber dem Wettbewerb?
    Bei mir stand immer die Freude an der Zusammenarbeit im Vordergrund, nicht die Maximierung des Gewinns. Diese Haltung prägt auch heute noch das Miteinander in unserem kleinen, sehr stabilen Shareholderkreis. Der wirtschaftliche Erfolg ergibt sich daraus. 
     
  18. Welche Zukunftsaussichten siehst Du für Axxion?
    Sehr positive. Gerade durch technologische Entwicklungen entstehen neue Möglichkeiten, etwa in einer zukünftig direkteren Verbindung zwischen Fondsgesellschaft und Investoren durch die Blockchain-Technologie. Vor diesem Hintergrund sehe ich, dass wir in unserem institutionellen Umfeld weitere Services anbieten können. Auch die Unterstützung beim Marketing für unsere Fondspartner kann einen großen Mehrwert für beide Seiten bieten.
     
  19. Welche Rolle spielen dabei die beiden Tochterunternehmen Navaxx und IT4Funds?
    Für uns war die Gründung der beiden Unternehmen ein wichtiger strategischer Schritt. Navaxx bündelt sämtliche relevanten Kennzahlen von der Risikomessung bis hin zu Performance- und Attributionsdaten und schafft damit die Grundlage für eine transparente und professionelle externe Kommunikation. Entscheidend ist für uns dabei, dass wir direkten Zugriff auf diese Daten haben und sie gezielt weiterverarbeiten und bereitstellen können. 
    IT4Funds ist hingegen aus einem ganz praktischen Bedarf heraus entstanden: Ursprünglich haben wir sie entwickelt, um interne IT-Anforderungen effizient und auf hohem Niveau umzusetzen. Die Qualität dieser Lösungen blieb auch extern nicht unbemerkt, sodass zunehmend Anfragen von außen kamen. So hat sich daraus schließlich ein eigenständiges Serviceangebot entwickelt, das unser Leistungsspektrum sinnvoll erweitert und gleichzeitig zur Diversifizierung unseres Geschäfts beiträgt.
     
  20. Was hat es mit der Unabhängigkeit von Axxion von Banken und Versicherungen auf sich? Wieso ist diese so wichtig? 
    Wir bleiben für unsere institutionellen Kunden flexibel: Je nach deren Bedürfnissen können wir mit unterschiedlichen Partnern arbeiten und jeweils die optimale Lösung anbieten. 
     
  21. Welche Schritte sind in absehbarer Zeit geplant?
    Wir beschäftigen uns intensiv mit Themen wie ETFs, Blockchain und KI – sowohl zur Effizienzsteigerung als auch für neue Geschäftsfelder. 
     
  22. Welche Werte sind seit Beginn Dein innerer Kompass?
    Klarheit, Konsequenz und der Fokus auf echte Kundenbedürfnisse. Wir laufen nicht jedem Trend hinterher, sondern gehen Dinge bewusst und nachhaltig an. 
     
  23. Gibt es etwas, das Du Deinem jüngeren Gründer-Ich heute gerne sagen/mit auf den Weg geben würdest?
    Wenn du überzeugt bist, mach es einfach. Ich bin eher risikofreudig. Eine Planung hilft, aber mehr zur eigenen Beruhigung. Und: Bleibe zuversichtlich und flexibel.  
     
  24. Was macht heute für Dich den Kern der Unternehmenskultur aus?
    Kurze Wege, direkter Austausch und ein gutes Miteinander auf allen Ebenen. 
     
  25. Was wünscht Du Dir für Axxion für die nächsten 25 Jahre?
    Ich wünsche mir, dass sich Axxion im Markt so weiterentwickelt, sodass Kreativität, Professionalität und ein positiver kollegialer Umgang weiterhin nebeneinander stehen können. Dabei wollen wir neue Technologien gewinnbringend für Kunden und Mitarbeitende einsetzen und damit im Serviceranking wie schon bisher ganz vorne mitspielen. 
     

 

KONTAKT
Axxion S.A.
Mirjam Gwosdek & Sarah Esch
Tel.: +352 76 94 94 1
E-Mail: marketing@axxion.lu
Web: www.axxion.lu 
 

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